Lieblingsserien

Die Liste der Serienbrief-Lieblingsserien ist nicht hierarchisch geordnet, da eine Superheldenserie mit einer True-Crime-Doku zu vergleichen Unsinn ist. Sie wird im Lauf der Zeit wachsen, wenn uns eine Serie besonders gut gefällt, und schrumpfen, wenn Serien nach ein paar Staffeln zu schlecht werden. Sie kann bei der Beantwortung der Frage „Was soll ich denn nur schauen?“ helfen. Einige Serien kann es auch bei anderen Streamingdiensten als den in den den Überschriften angegeben angeschaut werden, sie kosten dort dann aber eventuell extra.

Netflix

The Chilling Adventure of Sabrina

Geben Sie es zu, Teenager der Neunziger, Sie waren damals auch alle in die Serienhexe Sabrina verliebt. Mit The Chilling Adventure of Sabrina startet 15 Jahre nach dem Ende von Sabrina – Total verhext! die deutlich düstere Neuadaption des Comics um die Teenager-Hexe. Die passende Lektüre dazu ist Charlotte Richard Andrews Guardian-Text über die Hexe als feministische Emanzipationsfigur.

Derry Girls

Durchgeknallten Teenies guckt man immer gerne zu, wie sie sich gegenseitig zerfleischen. So auch in der witzigen nordirischen Sitcom Derry Girls zu: Da wird nicht nur ein armer emigrierter Engländer auf dem katholischen Mädchengymnasium zwangsintegriert, sondern hoffen die trashigen Mädels auf ihre nicht vorhandenen Sparbücher, die ihren Schulausflug nach Paris finanzieren sollen. Okay, mittendrin geht’s dann doch mal um die harte Realität im Nordirland der Neunziger, und da wird die IRA vielleicht schon mal ein wenig ungemütlich.

End of the F***ing World

Dunkle Komödien können die Briten einfach. In der fantastisch zynischen Channel-4-Produktion The End of the F***ing World begeben sich zwei richtig schräge Teenager auf einen verhängnisvollen Roadtrip.

Maniac

In der zehnteiligen Miniserie Maniac treffen sich zwei ohnehin schon psychisch etwas schwierige Personen (gespielt von Emma Stone und Jonah Hill), beim Arzneimitteltest. Das Ergebnis ist reichlich surreal und schönes Verwirr-Fernsehen.

Haus des Geldes

Die spanische Serie Haus des Geldes (La casa del papel) war lange ein Geheimtipp: Im Stil eines Heist-Movies bricht eine Gruppe von Profi-Kriminellen in eine Gelddruckerrei ein. Dann geht natürlich alles schief.

BoJack Horseman

Fernsehserien sind ja nicht unbedingt bekannt dafür, schnell auf gesellschaftliche Debatten zu reagieren. So auch bei #MeToo. Wegen langwieriger Produktionsabläufe ist es schwierig, schnell und geschickt Kommentare einzubauen. Doch die Animationsserie BoJack Horseman setzt sich etwa in der fünften Staffel mit den komplexen Dynamiken der #MeToo-Debatte auseinander. Nachdem es in den ersten Staffeln um die vielen Porbleme und Laster des titelgebenden abgewrackten Filmstars BoJack ging, muss er in der Netflix-Hollywoodsatire nun seine eigene sexistische Vergangenheit aufarbeiten.

Amazon

The Marvelous Mrs. Maisel

Midge ist eigentlich eine jüdische Musterhausfrau im New York der Fünfzigerjahre. Dann entdeckt sie ihr Talent für Stand-up-Comedy und landet dank diesem auch schon mal im Knast. Die mit dem Golden Globe und mehreren Emmys prämierte Comedy-Serie The Marvelous Mrs. Maisel von den Machern von Gilmore Girlsist bezaubernd charmant und voller klugen Witz.

Homecoming

Homecoming mit Julia Roberts in der Hauptrolle, gemacht von Sam Esmail (der auch hinter der ebenfalls sehr tollen Serie Mr. Robot steckt), handelt vom Umgang mit Kriegsveteranen, einer Verschwörung und Gedächtnislücken. Besonders ist, dass die Amazon-Serie auf einem Podcast basiert, dessen Klangwelt in der Fernsehversion eine besonderen Stellenwert einnimmt. Wer sich gerne das Original anhören möchte, kann das hier tun.

Sky

Kidding

In Kidding spielt Jim Carrey den Kinderstar Mr. Pickles, der auch Off-Kamera der überfreundlichste Mensch und der weltgrößte Philanthrop ist. Nach dem Tod seines Sohns und der Trennung von seiner Frau entgleist er langsam. Carrey ist in Bestform. Die ausführlichere Kritik von Serienbrief-Autor Benedikt Frank finden Sie hier.

Sharp Objects

Den schmutzigen Süden Amerikas haben True Blood und True Detective als Schauplatz für Mystery etabliert. In Sharp Objects geht es dort nun um die schwer traumatisierte Journalistin Camille Preaker (Amy Adams). Sie greift noch ein bisschen öfter zur Flasche als sonst, nachdem sie in ihr Heimatstädtchen geschickt wird, um über ein Mordserie an Mädchen zu berichten.

Patrick Melrose

Patrick Melrose hat nichts mit Melrose Place zu tun, sondern basiert auf den Romanen von Edward St Aubyn. Benedict Cumberbatch spielt die Hauptfigur, einen schwer drogenabhängigen Adeligen, der nach dem Tod seines Vaters versucht, mit dessen Grausamkeiten abzuschließen. Wer aufgrund der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle ein zu romantisches Bild der britischen Blaublüter-Gesellschaft entwickelt haben sollte, kann es mit dieser virtuosen Geschichte voller Dekadenz und Gemeinheiten wieder korrigieren.

Big Little Lies

Big Little Lies hat bei den Emmys 2018 sechs Trophäen abgesahnt. In einen seltsamen Todesfall bei der Spendengala für eine Grundschule sind drei Mütter verstrickt. Im Rückblick wird erzählt, wie es dazu kommen konnte.

Magenta TV

Legion

Wer den Verwirrungs-Aspekt von Westworld zu schätzen weiß: Legion kann einen nicht nur vergessen lassen, worum es überhaupt geht, sonder auch wer und wo man ist. Einer zeitweisen Depersonalisierungs- und Derealisationsstörung kommt man wohl selten so nah im Fernsehen. Oder wie es Stuart Heritage im Guardian beschreibt: “Where Westworld is portentous and self-important, Legion is a kaleidoscope.”

Handmaid’s Tale

Margaret Atwoods Klassiker hat es ins Fernsehen geschafft: Die Zukunft von Amerika sieht eher nicht so rosig aus. Atomare Unfälle, Umweltkatastrophen und unheilbar scheinende Geschlechtskrankheit nagen an der Gesellschaft. Die Lösung scheint nur der totalitär-christliche Staat Gilead zu haben, der die letzten fruchtbaren Frauen versklavt. Doch da gibt es doch noch ein paar Menschen, die an die Zukunft glauben, und Widerstand leisten.

Deutsche Serien

Bad Banks

Hauptfigur der Koproduktion von ZDF und Arte Bad Banks ist die junge und ehrgeizige Bankerin Jana Liekam, die in dem Thriller in Intrigen und Machenschaften einer fiktiven systemrelevanten deutschen Bank gerät. Exzesse inklusive, auch wenn die noch ein gutes Stück von Wolf of Wall Street-Niveau entfernt sind. Vielleicht die beste deutsche Serie des Jahres 2018.

Früher oder später

In Früher oder später geht es in die bayerische Provinz, um genau zu sein an die tschechische Grenze in der Oberpfalz – und da ein Teil des Serienbrief-Teams dort aufgewachsen ist und ein wenig nostalgisch wird, wenn sie die grotesk-melancholische BR-Dokuserie schaut, möchten wir euch diese empfehlen. In der Serie porträtiert die HFF-Studentin Pauline Roenneberg unterschiedlichste Bewohner des Dorfes Schönsee. Unter anderem auch ein Bauernpaar, das sich als Bestattungsunternehmen über Wasser hält.

Ältere Serien

Alf

Ein illegaler Immigrant, der vor der Zerstörung seiner Heimat fliehen musste, zeigt seltsam Essgewohnheiten und ist gegenüber der Familie, die ihn vor den Behörden versteckt, kein bisschen dankbar. Am 5. Januar 1988 kam die Sitcom ins ZDF. Klar, die Rede ist von Gordon Shumway, besser bekannt als Alf, der Außerirdische vom Planeten Melmac, der in der Garage von Familie Tanner bruchlandet. Aktuell läuft die Serie Freitagnacht bei Super RTL und man kann sie bei Maxdome oder iTunes streamen.

Buffy

Tele5 hat 2018 die wundertolle Vampiejägerinnen-Serie Buffy – Im Bann der Dämonen wieder ausgegraben wieder ausgagraben. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal wieder einen Blick in die Liebesdramathriller-Serie aus den Neunzigern zu werfen. Einziger Haken sind die etwas seltsamen Sendezeiten am Samstagvorabend und sonntags mitten in der Nacht. Aktuell sind alle Folgen auch nur bei Magenta TV zu haben. Da man Buffy nicht unbedingt linear schauen muss, lohnt es sich aber auch, gelegentlich reinzuzappen.